Die Herausforderung
Das wissenschaftliche Publizieren steckt in einem bekannten Widerspruch. Hochschulen finanzieren die Forschung, ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schreiben und begutachten sie weitgehend unentgeltlich, und am Ende zahlen die Institutionen ein zweites Mal, um sie lesen zu dürfen. Die Margen bleiben bei den Verlagen. Bei denen, die den Wert schaffen, kommt wenig an.
OpenMinds Lösung bewegt sich in einem Feld, das viele in der Wissenschaft eher abschreckt. Das Briefing umfasste eine Verifizierungsebene, DOIs, die an den Hash des Inhalts gebunden sind, Hosting an den Institutionen der Autorinnen und Autoren, programmierbare Vergütungsflüsse und ein Finanzmodell, bei dem ein Teil jedes Abonnements in renditebringende Vaults fließt und so die Kosten der Institution über die Jahre senkt.
Drei Spannungsfelder haben das Projekt geprägt:
- Komplexität vs. Zeit: Ein komplettes Protokoll, eine Minute Laufzeit.
- Innovation vs. Vertrauen: Die Zielgruppe sind Hochschulleitungen, Bibliotheken und Forschende. Alles, was nach Krypto-Hype aussieht, hätte sie in den ersten Sekunden verloren.
- Abstrakt vs. sichtbar: Geldflüsse, Prüfsummen und Governance haben kein natürliches Aussehen. Wir mussten ihnen eines geben.
Der Ansatz: erst das Problem, dann die Technik
Wir haben nicht mit der Blockchain angefangen, sondern mit dem Frust, den alle in der Wissenschaft kennen: die Arbeit machen und dann für den Zugang bezahlen. Erst wenn dieses Problem spürbar ist, tritt OpenMind als Lösung auf.
Fachbegriffe tauchen nur dort auf, wo sie wirklich nötig sind. Alles andere übersetzen wir in Bilder. Die Leitidee lautet „Science Unlocked“: Wissen, das hinter Bezahlschranken lag, wird wieder zu einem gemeinsamen Gut.
Die zentrale Metapher: ein Baum mit digitalen Wurzeln
Das Logo von OpenMind ist ein Baum, also haben wir ihn zum Herzstück des Films gemacht. In unserer Version wächst er aus Wurzeln, die wie Leiterbahnen geformt sind: ein lebendiges Gemeingut aus Wissen, das auf solider digitaler Infrastruktur wächst.
Das Bild verbindet die organische Seite der Geschichte (Wissenschaft, Wachstum, Gemeinschaft) mit der technischen (Protokoll, Code), ohne dass eine von beiden erklärt werden muss. Gleichzeitig verankert es den Film direkt in der Marke.
Zum Film: youtube.com/watch?v=eHHgaqOCQy0
Der Look: Papiercollage statt Neon
Blockchain-Themen bekommen meist dieselbe Bildsprache: dunkle Hintergründe, leuchtende Linien, schwebende Münzen. Wir sind bewusst den anderen Weg gegangen.
- Menschen als Ausschnitte: Schwarz-Weiß-Fotos von Menschen aus der Forschung, ausgeschnitten mit einem weißen Rand wie bei einem Sticker, halten den Film bei denen, für die er gemacht ist.
- Sanfte, selbstbewusste Farben: Überlappende Kreise in Petrol, Gelb, Violett und Grün geben jeder Szene Struktur und Rhythmus und bilden ein durchgehendes Farbsystem.
- Papierstruktur: Eine feine Papiertextur macht alles haptisch und handgemacht. Näher am Wissenschaftsmagazin als an der Trading-App.
Das Ergebnis wirkt menschlich, glaubwürdig und ein bisschen verspielt. Es funktioniert im Präsidium einer Hochschule genauso wie in den sozialen Medien.
Von Hand animiert, nicht generiert
Jede Bewegung in diesem Film wurde von Hand gesetzt. Das war keine Nostalgie, sondern die praktische Entscheidung:
- Präzision für die Erklärung: Wenn ein Film zeigt, wie Geld von einer Institution zu Gutachtenden, Autorinnen und Autoren und zurück in einen Vault fließt, ist das Timing die Erklärung. Handarbeit hat uns genau steuern lassen, was man sieht, in welcher Reihenfolge und wie lange.
- Konsistenz: Figuren, Farben und der Baum bleiben vom ersten bis zum letzten Bild gleich. Keine wandernden Gesichter, keine sich verformenden Details.
- Charakter in der Bewegung: Papierelemente gleiten, klappen und setzen sich mit einer leichten Körperlichkeit, die zum Collage-Look passt. Genau das lässt den Film gemacht wirken und nicht generiert.
Prozess zum Erklärfilm
- Kick-off: Online-Termin, um das Protokoll, die Zielgruppe und die eine Botschaft zu verstehen, die hängen bleiben muss.
- Skript: Ein knappes 60-Sekunden-Skript, gemeinsam mit dem Kunden auf Richtigkeit und Verständlichkeit geprüft.
- Storyboard und Style Frames: Ein Bildplan Szene für Szene und Schlüsselbilder, die den Collage-Look festlegen.
- Animation: Motion Design von Hand, Szene für Szene.
- Ton: Voice-over, Musik und Sounddesign, gemischt und gemastert.
- Lieferung: Full-HD-Master (MP4) mit Nutzungsrechten für alle Online-Kanäle, organisch und bezahlt.
Jede Phase hatte eine eigene Feedbackrunde. So behielt der Kunde die Kontrolle, ohne dass das Projekt an Tempo verlor.

Das Ergebnis
Ein 60-Sekunden-Film, der aus einem dichten technischen Briefing eine klare Geschichte macht: was kaputt ist, wie OpenMind es löst und warum das wichtig ist. OpenMind kann ihn überall einsetzen, wo es sich schnell erklären muss: auf der Website, in Gesprächen mit Partnern und Investoren, auf Konferenzen und in den sozialen Kanälen.
Was wir mitnehmen
- Komplexe Themen brauchen weniger Ideen, nicht mehr. Eine starke Metapher, geliehen vom Logo, hat mehr geleistet als ein Dutzend Diagramme.
- Vertrauen ist visuell. Für ein Publikum, das Krypto skeptisch sieht, musste der Film nach Wissenschaft aussehen, bevor das Voice-over ein Wort gesagt hat.
- Handarbeit zählt. In einer Zeit, in der sich Videos in Sekunden generieren lassen, hat die bewusste Animation von Hand dem Film Präzision und eine Persönlichkeit gegeben, die zur Marke passt.
Sie haben ein Thema, das schwer zu erklären ist? Wir machen daraus Filme, die man versteht. thatworksmedia.com





