Jede vierte große deutsche Website sperrt mindestens einen KI-Crawler, knapp jede fünfte sogar einen Such- oder Antwort-Crawler. Das zeigt die Auswertung der robots.txt von 870 der 1.000 meistbesuchten .de-Domains. Vieles davon dürfte unbeabsichtigt sein. Wer jetzt in einen Imagefilm, ein Erklärvideo oder E-Learning investiert, sollte vorher prüfen, ob die Seite, auf die das alles einzahlt, in Ordnung ist. Drei kostenlose Checks klären das in zehn Minuten. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Film bringt Besucher auf Ihre Website. Ob sie dort Vertrauen finden und ob KI-Assistenten Sie überhaupt nennen dürfen, entscheidet sich an technischen Basics.
- Impressum: Nach § 5 DDG muss es leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Auf jeder Seite, auch auf Kampagnen-Landingpages.
- Google Fonts: Von Google-Servern geladene Schriften waren Gegenstand eines Urteils des LG München I von 2022. Lokales Hosting vermeidet das Risiko.
- KI-Crawler: Wer Such-Crawler wie OAI-SearchBot sperrt, wird laut OpenAI nicht in den ChatGPT-Suchantworten gezeigt. Training und Suche lassen sich getrennt steuern.
- Die drei Einzel-Checks von seonautik.de sind kostenlos und brauchen keine Registrierung.
Warum die Website vor dem Film an der Reihe ist
Ein guter Film kostet Zeit und Budget (einen Eindruck von Preisen für Lernvideos gibt unser Beitrag Was kostet ein Lernvideo?). Seine Wirkung hängt davon ab, was nach dem Klick passiert: Zuschauer kommen über Social Media, Newsletter, Recruiting-Anzeigen oder einen Link aus der Präsentation beim Kunden. Landen sie auf einer Seite, deren Impressum sich hinter einem Cookie-Banner versteckt oder die im Hintergrund Schriften von Google nachlädt, untergräbt das den professionellen Eindruck, den der Film aufbauen soll.
Hinzu kommt ein zweiter Weg: Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen an ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Claude statt an Google. Ob Ihr Unternehmen dort vorkommt, hängt zuerst an technischen Voraussetzungen, nicht an der Qualität Ihres Films. Die folgenden Checks sind bewusst einfach. Sie ersetzen weder Rechtsberatung noch einen vollständigen Website-Audit, zeigen aber in Minuten, ob die Grundlagen stimmen.

Check 1: Ist Ihr Impressum erreichbar?
Für geschäftsmäßige Websites in Deutschland nennt § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) die Pflichtangaben: Name und Anschrift, bei Gesellschaften Rechtsform und Vertretungsberechtigte, eine schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit einschließlich E-Mail-Adresse, bei Eintragung das Register und bei Vorhandensein die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Diese Angaben müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Seit dem 14. Mai 2024 gilt dafür das DDG; das Telemediengesetz ist außer Kraft getreten.
- Typische Fehler: Der Link steht nur im Menü oder wird von einem Cookie-Banner oder Chat-Widget verdeckt. Auf Kampagnen- und Landingpages fehlt er ganz. Im Text steht noch „§ 5 TMG“. Die Datenschutzerklärung ist nicht verlinkt.
- Was tun: Footer-Link „Impressum“ und „Datenschutz“ auf jeder Seite, Angaben vollständig und aktuell, Verweise auf § 5 DDG umstellen.
Der Impressum-Check prüft, ob Impressum und Datenschutzerklärung vorhanden und von der Startseite verlinkt sind. Welche Angaben im Einzelnen Pflicht sind, erklärt der Ratgeber Impressum Pflichtangaben.
Check 2: Lädt Ihre Website Google Fonts von Google-Servern?
Das Landgericht München I hat am 20. Januar 2022 (Az. 3 O 17493/20) entschieden, dass die dynamische Einbindung von Google Fonts, bei der die IP-Adresse des Besuchers an Google übermittelt wird, gegen den Datenschutz verstoßen kann, und sprach dem Kläger 100 Euro Schadensersatz zu. Es ist die Entscheidung eines einzelnen Landgerichts im ersten Rechtszug. In einem späteren Verfahren hat dasselbe Gericht (Urteil vom 30. März 2023, Az. 4 O 13063/22) Ansprüche wegen Rechtsmissbrauchs abgelehnt. Wie Sie sich absichern, ist eine Frage für Ihre Rechtsberatung.
- Typische Quellen: Themes, Plugins und Baukästen, die Schriften von sich aus nachladen, auch in Playern, Formularen oder Landingpage-Bausteinen, die für ein Video eingebunden werden. Das Risiko liegt oft nicht im eigenen Code.
- Was tun: Schriftdateien auf dem eigenen Server ablegen, Verweise auf Google entfernen, Datenschutzerklärung anpassen, danach erneut prüfen. Wie bei Schriften stellt sich die Frage bei jeder externen Einbindung, deshalb gehört ein Blick in die Datenschutzerklärung dazu.
Der Google-Fonts-Check sucht in 30 Sekunden nach Einbindungen von Google-Servern. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Ratgeber Google Fonts lokal einbinden.
Check 3: Dürfen KI-Crawler Ihre Website lesen?
KI-Suchdienste lesen das Web mit eigenen Crawlern. OpenAI unterscheidet etwa den Trainings-Crawler GPTBot vom Such-Crawler OAI-SearchBot; beide Einstellungen sind voneinander unabhängig. Wer OAI-SearchBot in der robots.txt ausschließt, wird laut OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT gezeigt. Auch Perplexity nutzt für seinen Suchindex einen eigenen Crawler (PerplexityBot).
Wie verbreitet das ist, zeigt die Datenstudie zu KI-Crawlern auf .de-Websites (870 auswertbare Domains aus der Tranco-Liste, Stand 8. Oktober 2026): 26,4 Prozent sperren mindestens einen von zehn KI-Crawlern, 19,3 Prozent mindestens einen Such- oder Antwort-Crawler. GPTBot ist bei 21,4 Prozent gesperrt, der ChatGPT-Such-Crawler OAI-SearchBot bei 6,3 Prozent, PerplexityBot bei 11,1 Prozent. Eine llms.txt haben 7,6 Prozent. Gemessen wurde nur die robots.txt; Firewalls und CDN-Regeln sind nicht erfasst.
- Typische Ursachen: Ein Plugin, die Voreinstellung des Hosters oder eine pauschale Regel
Disallow: /unterUser-agent: *. Oft weiß der Betreiber nichts davon. - Was tun: robots.txt öffnen und prüfen, bewusst entscheiden: Training sperren ist legitim, Such-Crawler sollten Sie nur sperren, wenn Sie in diesen Suchen nicht vorkommen möchten.
- Für Videoseiten: Der Film ist für einen Crawler nur ein Player. Stellen Sie Text daneben, etwa eine Zusammenfassung oder ein Transkript, das konkrete Kundenfragen beantwortet. Das ist unsere Empfehlung, keine Garantie für Nennungen. Wenn Sie KI-generierte Videos oder Avatare einsetzen, lesen Sie dazu unseren Beitrag zur EU-AI-Act-konformen Erstellung von KI-Avataren.
Der KI-Crawler-Check prüft zehn KI-Crawler gegen Ihre robots.txt und zeigt, ob eine llms.txt vorhanden ist. Die llms.txt ist ein Vorschlag, kein bestätigter Standard: Google schreibt, dass Google Search sie nicht nutzt. Hintergründe liefert der Ratgeber robots.txt für KI-Crawler, einen Überblick über sinnvolle Maßnahmen der Ratgeber KI-Sichtbarkeit verbessern.
Die drei Tools im Überblick
| Tool | Was es prüft | Link |
|---|---|---|
| Impressum-Check | Sind Impressum und Datenschutzerklärung vorhanden und von der Startseite verlinkt? | seonautik.de/impressum-check |
| Google-Fonts-Check | Werden Schriften von Google-Servern geladen? | seonautik.de/google-fonts-check |
| KI-Crawler-Check | Dürfen zehn KI-Crawler Ihre Seiten lesen, und gibt es eine llms.txt? | seonautik.de/ki-crawler-check |
Wer alles auf einmal sehen möchte: Der kostenlose Kurz-Check prüft Ihre Startseite in 30 Sekunden auf KI-Crawler, HTTPS, mobile Darstellung, Impressum und Google Fonts, ohne Konto.
So gehen Sie in 10 Minuten vor
- Rufen Sie den Kurz-Check auf und geben Sie die Adresse Ihrer Website ein.
- Öffnen Sie bei Auffälligkeiten den passenden Einzel-Check: Impressum, Google Fonts oder KI-Crawler.
- Notieren Sie die Befunde und ordnen Sie sie: rechtlich relevante Punkte zuerst (Impressum, Datenschutz, Google Fonts), dann Sichtbarkeit (KI-Crawler, Text neben dem Video).
- Geben Sie technische Punkte an Ihre Webagentur oder Ihren Hoster, rechtliche Fragen an Ihre Rechtsberatung.
- Prüfen Sie nach den Änderungen erneut, bevor der Film veröffentlicht wird.
Und wenn Sie mehr wissen möchten?
Die Einzel-Checks sind der kostenlose Einstieg. Der KI-Sichtbarkeits-Check von seonautik geht weiter: Aus den Inhalten Ihrer Website werden 8 bis 10 realistische Kundenfragen abgeleitet und an ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini gestellt, jeweils mit Websuche. Der Report zeigt je Frage und System, ob Ihr Unternehmen genannt oder Ihre Domain als Quelle zitiert wird und welche Wettbewerber stattdessen auftauchen. Dazu kommen Technik, Onpage-SEO, Ladezeit und die rechtlichen Basics, am Ende eine priorisierte To-do-Liste. Das kostet einmalig ab 29 Euro (SEO-Basis) beziehungsweise 59 Euro mit KI-Messung, ohne Abo. Wie ein Report aussieht, zeigt der Beispiel-Report mit einer fiktiven Kanzlei, die Methodik legt offen, was gemessen wird.
Was die Checks nicht leisten
- Der kostenlose Check prüft die Startseite, nicht jede Unterseite. Für eine vollständige Prüfung gibt es den kostenpflichtigen Report.
- Die Checks sind eine Momentaufnahme. Nach einem Theme-Update oder einem neuen Plugin kann sich das Ergebnis ändern.
- Die KI-Messung läuft über die Schnittstellen der Anbieter und ist eine Stichprobe. Antworten in den Chat-Apps können abweichen.
- Sie geben keine Rechtsberatung. Die Befunde sind Hinweise, keine Bewertung Ihres Einzelfalls.
- Sie garantieren nichts: Weder eine Nennung in KI-Antworten noch ein Ranking bei Google lässt sich per Check oder per Einstellung erzwingen.
Häufige Fragen
Sind die Checks wirklich kostenlos?
Ja. Der Kurz-Check und die drei Einzel-Checks von seonautik.de können Sie kostenlos nutzen, die Einzel-Checks ohne Registrierung. Ausführlichere Reports sind ein separates, kostenpflichtiges Angebot.
Muss ich Google Fonts lokal hosten?
Eine gesetzliche Pflicht dazu gibt es nicht. Das lokale Hosting ist aber der einfachste Weg, die Übermittlung von IP-Adressen an Google beim Laden der Schriften zu vermeiden. Lassen Sie sich im Zweifel rechtlich beraten.
Soll ich KI-Crawler zulassen?
Das ist eine Entscheidung Ihres Unternehmens. Wer in KI-Suchen auftauchen möchte, muss die Such-Crawler zulassen. Trainings-Crawler lassen sich davon unabhängig sperren.
Verbessert ein Film meine Sichtbarkeit in ChatGPT?
Nicht direkt. Ein Film überzeugt Menschen, die Ihre Seite bereits besuchen. Für KI-Assistenten und Suchmaschinen brauchen Sie zusätzlich lesbare Texte, eindeutige Unternehmensdaten und eine technisch zugängliche Website. Garantien für Nennungen gibt es nicht.
Wie oft sollte ich die Checks wiederholen?
Vor jedem Kampagnenstart und nach größeren Änderungen an Theme, Plugins oder Hosting. Wer laufend beobachten möchte, kann die KI-Messung monatlich wiederholen lassen.
Fazit
Bevor Sie Budget in Film, Animation oder E-Learning stecken, sollte die Bühne stimmen. Die drei Checks dauern zusammen wenige Minuten und zeigen, ob Impressum, Schriften und KI-Zugang in Ordnung sind. Wenn Sie anschließend mit uns über Film, Erklärvideo oder E-Learning sprechen möchten, ist das erste Gespräch bei That Works Media kostenlos: zum Kontaktformular.
Transparenzhinweis: seonautik.de ist ein Angebot der That Works Media UG (haftungsbeschränkt), die auch diesen Blog betreibt. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
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Quellen
- seonautik: Datenstudie „KI-Crawler und deutsche Websites“: Stichprobe, Methode und Zahlen, Stand 08.10.2026
- § 5 DDG: Allgemeine Informationspflichten (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 07.10.2026
- Digitale-Dienste-Gesetz (gesetze-im-internet.de): Inkrafttreten am 14.05.2024, abgerufen am 07.10.2026
- LG München I, Urteil vom 20.01.2022, Az. 3 O 17493/20, abgerufen am 07.10.2026
- Der Betrieb: LG München I, Urteil vom 30.03.2023, Az. 4 O 13063/22, abgerufen am 07.10.2026
- OpenAI: Overview of OpenAI crawlers: GPTBot und OAI-SearchBot, abgerufen am 07.10.2026
- Perplexity: Perplexity Crawlers, abgerufen am 07.10.2026
- Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features: llms.txt und Anforderungen, abgerufen am 07.10.2026







